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13. Mai 2020

Algenpionierin Elsa-Lore Kusel-Fetzmann verstorben

Elsa-Lore Kusel-Fetzmann beim Algensammeln. Foto: Michael Schagerl

Ende April erreichte uns die traurige Nachricht vom Ableben unserer Mentorin, Kollegin und Freundin Prof. Elsa-Lore Kusel-Fetzmann. Sie war stark in die Gründung der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft involviert, die 1984 in Wien stattfand. Elsa-Lore Kusel-Fetzmann war bei den meisten Tagungen der Sektion bis ins hohe Alter präsent und stets eifrige Diskussionspartnerin.

Elsa-Lore Kusel-Fetzmann studierte in Wien bei Karl Höfler und widmete sich zunächst der Algensoziologie in Augewässern. Auf diesem Gebiet habilitierte sie 1963 an der Universität Wien. Weitere Lehrer waren die Franz Ruttner und Heinrich Skuja. Ein Höhepunkt ihrer akademischen Ausbildung stellte der Gastaufenthalt bei Skuja in Uppsala dar, wo sie ihr Zeichentalent perfektionierte. Im Jahr 1977 wurde Elsa-Lore Kusel-Fetzmann in die Professorenkurie berufen und leitete ab diesem Zeitpunkt die Abteilung Hydrobotanik. Sie war damals eine der ganz wenigen Frauen, die solch eine Laufbahn in der männerdominierten Akademikerwelt schafften. Elsa-Lore Kusel-Fetzmann baute in Wien eine umfangreiche Algenkultursammlung mit rund 900 Stämmen auf. Einen Großteil der Kulturen sammelte und isolierte sie selbst auf vielen Reisen, die sie unter anderem in die Arktis, nach Australien und nach Südamerika führten. Stets hatte sie ein kleines Planktonnetz und Probengefäße mit dabei.

Elsa-Lore Kusel-Fetzmann war in erster Linie traditionelle Taxonomin. In Zusammenarbeit mit Heinz Löffler studierte sie die Algenflora tropischer Gebirgsseen. In späteren Jahren bearbeitete sie mit großem Eifer der Euglenophytenflora des Neusiedlersees. Neben Arbeiten zur Desmidiaceenflora in Hochmooren weckten zunehmend auch Braunalgen des Süßwassers ihr Interesse. Gemeinsam mit ihrem Mann Hermann Kusel widmete sie sich auch den Meeresalgen.

Prof. Elsa-Lore Kusel-Fetzmann war eine Gelehrte vom alten Schlag, ausgestattet mit breitem Wissen aus der Biologie, Geographie und Geologie. Für viele Wissenschafter*innen und ihre Schüler*innen war sie mit ihrer Begeisterung für die Wunder der Natur ein Vorbild. Elsa-Lore ist im 89-igsten Lebensjahr friedlich entschlafen und hat nun ihre Ruhe gefunden. Ihre Persönlichkeit, selbstlose Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit werden uns immer in guter Erinnerung bleiben.

Eine Publikationsliste und detaillierte Biographie kann hier nachgelesen werden:

https://www.zobodat.at/biografien/Kusel-Fetzmann_Elsa_Lore_80.pdf

Michael Schagerl

06. Mai 2020

Erinnerungen an den Algen-Pionier Erich Lindemann

Das Bild zeigt Erich Lindemann im Ausschnitt eines Gruppenfotos, das anlässlich der Gründung der International Society of Limnology 1922 in Kiel aufgenommen wurde [reproduziert mit Erlaubnis des MPI Plön), sowie eine Zeichnung Erich Lindemanns des von ihm beschriebenen Peridinium cunningtonii var. pseudoquadridens [reproduziert mit Erlaubnis von Lindemann EBLW (1919) Untersuchungen über Süßwasserperidineen und ihre Variationsformen. Archiv für Protistenkunde 39: 209–262, pl. XVII]. Collage von Marc Gottschling

Fast wäre der 75. Todestag von dem Biologen Erich Lindemann am 2. Mai 2020 in Vergessenheit geraten.  Forschende der Ludwig-Maximilians-Universität München im Bereich Systematische Botanik und Mykologie und des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie / Plön haben nun zahlreiche neue Informationen über Erich Lindemann zusammengetragen, die in der Zeitschrift Protist im Juli publiziert werden.  Der Lehrer und Wissenschaftler war ein Pionier auf dem Gebiet der Algenkunde und hat in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zahlreiche Studien veröffentlicht.  Erich Lindemann ist der Autor von 4 Gattungsnamen, 30 Artnamen und nicht weniger als 70 wissenschaftlicher Namen unterhalb des Artniveaus.  Er war ein Vorreiter und seiner Zeit weit voraus mit seinen unermüdlichen Versuchen, Einzeller wie es die Dinophyten und Ciliaten sind zu kultivieren. Erich Lindemann versprach sich davon ein besseres Verständnis der Organismen hinsichtlich ihrer Variabilität und Reproduktion.  Die Forschenden aus München und Plön haben außerdem in den Sammlungen des Botanischen Museums Berlin einen umfangreichen Briefwechsel zwischen Erich Lindemann und dem Lehrer und Wissenschaftler Willy Baumeister entdeckt.  Darin finden sich einzigartige Zeugnisse von der Motivation des Forschers und zahlreiche biografische Ereignisse, die zeit- und wissenschaftsgeschichtlich von großem Interesse sind.  Erich Lindemann starb im Alter von nur 57 Jahren laut Totenschein in der Landesheilanstalt Eichberg unter ungeklärten Umständen am 2. Mai 1945.

Zugrunde liegende Arbeit:  Gottschling* M, I Martinsen & B Meyer (in press):  A forgotten pioneer: The little known biographic stages of Erich Lindemann’s life (1888–1945).  Protist.

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15. Apr 2020

Bachelorstudentin erhält Irene Manton-Preis für bestes Poster

Nele Schimpf gewann den Irene Manton-Preis für das beste studentische Poster auf der Tagung der britischen phykologischen Gesellschaft. Foto: Kiara Franke

Die Bachelorstudentin Nele Schimpf hat für ihr Poster mit dem Titel Thermal tolerance of Laminaria digitata gametophytes suggest subtle population differences auf der 68. Jahrestagung der British Phycological Society, Plymouth, UK, den Irene Manton Preis für das beste studentische Poster erhalten. Nele Schimpf studiert Meeresbiologie und Ozeanografie an der University of Plymouth und absolvierte als Teil ihres Studiums ein 8-monatiges Praktikum am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven in der AG Felsküstenökologie von Dr. Inka Bartsch. Die präsentierten Daten zeigen, dass der Gametophyt (haploides Gametenbildendes-Lebensstadium) des Brauntanges Laminaria digitata entlang seines gesamten Verbreitungsgradienten bei einer relativen uniformen Temperatur von 24°C überleben kann, unabhängig davon ob es sich um eine Population aus dem Norden Norwegens oder dem Süden der Bretagne handelt.

15. Apr 2020

Irene Manton Vortrags-Preis an Daniel Liesner

Vortrags-Preisträger Daniel Liesner. Foto: Tanja Glbwatty

Unser Sektionsmitglied Daniel Liesner erhielt auf dem 68. Annual Meeting of the British Phycological Society 2020 in Plymouth den Irene Manton-Preis für den besten studentischen Vortrag. Daniel Liesner ist Doktorand in der AG Felsküstenökologie von Dr. Inka Bartsch am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. In seiner Doktorarbeit untersucht er die Auswirkung von Temperaturänderungen beim Seetang Laminaria digitata über dessen Lebenszyklusstadien hinweg und entlang geographischer Breitengradienten. Die in seinem Vortrag präsentierte Studie zeigt, dass sich einige L. digitata Populationen entlang der europäischen Verbreitung angepasst haben bzgl. ihrer Reaktion auf für den Seetang erhöhte Temperaturen bis zu 23°C. Besonders L. digitata aus Spitzbergen zeigte eine starke physiologische Hitzestressreaktion, während L. digitata von den natürlich wärmeren Standorten Helgoland und Quiberon (Bretagne) reduzierte Stressreaktionen bzw. besseres Wachstum bei „Hitze“ zeigten.

06. Apr 2020

Phykologentagung in der Eifel

Die Teilnehmenden diskutierten phykologische Forschungsergebnisse im Kloster Steinfeld. Foto: Kerstin Hoef-Emden

Die 18. wissenschaftliche Tagung der Sektion Phykologie fand vom 8. bis 11. März 2020 im Kloster Steinfeld in der Eifel statt. Prof. Dr. Burkhard Becker hatte die Algenforscher*innen zum wissenschaftlichen Austausch geladen und 65 Teilnehmende waren dem Ruf gefolgt. Prof. Dr. Peter Kroth, Vorstandsmitglied und Bindeglied zur Federation of European Phycological Societies (FEPS), listet die Vorträge und Tagungsschwerpunkte in den Actualia unserer "Mutter" Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG). Die Sektion verlieh erstmals den Schüler*innen-Preis und zeichnete hervorragende Vorträge und Poster der Nachwuchskräfte mit Preisen aus. Die turnusgemäße Wahl der Sprecher*innen und Funktionäre bestätigte alle amtierenden Mitglieder des Vorstands im Amt.

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06. Apr 2020

Wissenschaftspreise verliehen

Während der 18. wissenschaftlichen Tagung unserer Sektion (8. bis 11. März 2020) erhielten die folgenden beiden Arbeiten unsere beiden Preise:

Den Ernst-Georg-Pringsheim-Preis für die beste präsentierte Doktorarbeit erhielt Soo Hyun Im (Konstanz) für Ihren Vortrag: Characterization of Aureochromes - Novel Blue Light Photoreceptors in Diatoms.

Den Studierenden-Förderpreis für die beste Masterarbeit erhielt Anna Busch (Köln), für ihren Vortrag: A UV-inducible sunscreen pigment found in the extracellular mucilage of aerophytic green algae (Zygnematophyceae)

Bilder der Preisübergaben finden Sie im Intranet (LogIn erforderlich).

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06. Apr 2020

Erster Schüler*innen-Preis verliehen

Zum ersten Mal hat die Sektion Phykologie den Preis für den im vergangenen Jahr ausgelobten Wettbewerb für herausragende Projekte "Mit Algen die Zukunft gestalten" verliehen. Von den insgesamt 16 eingegangenen Projektschilderungen belegten:
Den ersten Platz Lorena Koch und Aileen Girschik vom Gymnasium Spaichingen für ihr Projekt Power-to-X: Butan, Buten und Wasserstoff aus Algenextrakt, in dem sie gemeinsam mit ihrem Lehrer Manuel Vogel erkundet hatten, wie man Algen-Extrakte zur Gewinnung von Biogas verwenden kann. Die beiden Schülerinnen erhielten eine Urkunde sowie ein Preisgeld in Höhe von 200 Euro und stellten ihr Konzept und die Experimente in einem Vortrag vor.
Die Preise zwei und drei gingen an: Christina Schachner vom Johannes-Heidenhain-Gymnasium Traunreut für Green Energy - Optimierung der Wachstumsbedingungen von Chlorella Algen zur Biodieselherstellung sowie an Nicole Fröhlich und Kathrin Schreder von der Schule HTL Glas und Chemie für das Projekt Das Leuchten der Algen.

Fotos der Preisverleihung finden Mitglieder im Intranet (LogIn)

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