Algen sterben an Viruslipiden
Die Algen des marinen Phytoplanktons sind die Basis für das Nahrungsnetzes des Meeres. Sie tragen durch ihre polysynthetische Aktivität nahezu die Hälfte zur globalen CO2 Fixierung bei. Oft werden die Massenvorkommen dieser Algen durch Viren befallen, woraufhin die Zellen zersetzt werden und nahezu die gesamte Population zusammenbricht.
Infektionsprozess untersucht
Wir können jetzt neue Erkenntnisse über die molekularen Grundlagen des Infektionsprozesses der Alge des Jahres 2009 Emiliania huxleyi lesen. Das Genom des Viruses enthielt ungewöhnliche Sequenzen, die der Biosynthese von speziellen Lipiden (Glycosphingolipide) zuzuordnen sind.
Lipide bringen den Tod
Motiviert durch diese Sequenzinformation untersuchten die Autoren die Algen und in der Tat sind die von Viren befallenen Algen reich in algenfremden Lipiden. Werden diese Verbindungen aufgereinigt und zu den Algen gegeben, kann ein rascher Zelltod beobachtet werden. Damit ist die Funktion der speziellen Lipide als Todesboten für die Algen bewiesen.
Die Arbeit wird durch Feldstudien komplettiert, in denen die Autoren auch im offenen Ozean das Vorkommen dieser speziellen Lipide belegen. Aber nur, wenn keine gesunden Algenzellen mehr vorhanden sind.
Fazit: Verbindung von Algen und Viren im offenen Meer
Somit kann jetzt ein bisher ungeklärter Zusammenhang zwischen Algen und Viren im offenen Ozean besser verstanden werden. Es bleibt aber noch viel zu tun, um zu überprüfen, ob die Prozesse generell auf alle Algen-Viren-Interaktionen im Plankton zu übertragen sind.
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