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Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG)

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Dezember 2009

Gutowski, A. & Foerster, J. (2009) Benthische Algen, ohne Diatomeen und Characeen. Feldführer. LANUV-Arbeitsblatt 2. Hrsg: Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, 90 Seiten. Preis: 15,- Euro; und

Gutowski, A. & Foerster, J. (2009) Benthische Algen, ohne Diatomeen und Characeen. Bestimmungshilfe. LANUV-Arbeitsblatt 9. Hrsg: Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, 474 Seiten. Preis: 35,- Euro.



Feldführer und Bestimmungshilfe

Erste vollständige Bestimmung in Feld und Labor

Algen spielen im Süßwasser eine zentrale ökologische Rolle. Obwohl sie schon lange erforscht werden, ist nach wie vor unbekannt, wie viele Algenarten beispielsweise in der Bundesrepublik vorkommen. In der „Rote Liste gefährdeter Pflanzen Deutschlands“ (Stand 1996) sind erstaunlicherweise über 13.500 Arten aufgeführt. Zieht man davon die Pilze (5.441), Flechten (1.691), Moose (1.121), sowie die Farn- und Blütenpflanzen (3.001) ab, bleibt immer noch ein rechnerischer Rest von ca. 2.246 Arten, die wir den Algen aller Lebensräume (marin, limnisch und terrestrisch) zuordnen müssen. Diese Zahl ist sicherlich nicht realistisch und liegt weit unter den Zahlen die wir heute - 13 Jahre später  - schon kennen.

Boden der Fließgewässer

Die beiden vorliegenden Broschüren sind auf die am Boden lebenden Algen (Phytobenthos) der Fließgewässer fokussiert. Allein hierfür schätzen die beiden Autorinnen Antje Gutowski und Julia Foerster einen Pool von 2.000 bis 3.000 Arten für Deutschland, von denen etwa 1.100 auf die Diatomeen entfallen. Da der Kenntnisstand bezüglich der Diatomeen traditionell deutlich besser war als bei den übrigen Algen, hat man sehr häufig unter dem Etikett „Phytobenthos“ nur die benthischen Diatomeen „abgehandelt“ und den Rest unter „übrige Algen“ mehr oder weniger „außen vor gelassen“. So kam es zu dem Begriff PoD „Phyotbenthos ohne Diatomeen“. Für die Zukunft sind Zusammenfassungen des gesamten Phytobenthos wünschenswert.

Bebildertes Bestimmungsbuch

In der Bestimmungshilfe (Arbeitsblatt 9) sind mehr als 180 Taxa ausführlich beschrieben und 179 abgebildet. Voraus geht den einzelnen Beschreibungen ein hervorragender und bebilderter Bestimmungsschlüssel der alle hilfreichen Merkmale nutzt und mehrfach in Studentenpraktika erprobt wurde.

Feldführer einpacken: er macht Spaß

Der Feldführer (Arbeitsblatt 2) beschreibt die systematisch-taxonomische und die praxisrelevante Klassifizierung, eine Dokumentation der Wuchs- und Lagerformen, sowie ausführlich die Verfahren der Probennahme. Auch dieser Führer ist hervorragend bebildert und erlaubt die Ansprache der wichtigsten Gruppen im Feld, sowie deren erste Einordnung zu den verschiedenen Algengruppen/-sippen. Es ist erstaunlich wie viele Algen man schon aufgrund der Lageformen und Lageeigenschaften ansprechen und bestimmen kann. Ich kann nur empfehlen bei der nächsten Wanderung entlang eines Baches einmal den Feldführer mitzunehmen und zu versuchen die gefundenen benthischen Algenlager anzusprechen: es macht einfach Spaß!

Ästhetische Artenvielfalt

Wie schon erwähnt stellt dieses Werk ein Novum dar, das es so in Deutschland zuvor noch nie gegeben hat. Das Erscheinen der beiden Bestimmungswerke dürfte die Forschungsarbeiten zur Vielfalt der Algenarten in Deutschland erheblich stimulieren. Sie sind nicht nur eine große Hilfe für die Wasserwirtschaftsämter, sondern auch für Limnologen und Phykologen generell. Zu berücksichtigen ist auch der Wert für Freunde der Mikroskopie. Nicht nur für diese war es bisher aufgrund der sehr verstreuten Bestimmungsliteratur schwierig, diese biologisch und ökologisch so wichtigen Organismen zu untersuchen und zu bestimmen. Besonders wertvoll finde mir auch den rein ästhetischen Aspekt der Artenvielfalt, den diese beiden Werken dokumentieren.

Fazit: Es lohnt sich!

Kurzum, mir bleibt an dieser Stelle nur den beiden Autorinnen für dieses mutige Werk zu gratulieren. Mutig, weil klar ist, dass ein solches Werk nie vollständig sein kann. Sie haben eine sehr sorgfältige und klare Grundlage gelegt, auf der in Zukunft gezielt weiter gearbeitet werden kann. Dies wird es uns erlauben, auch Algen in Schutzprogramme und Ökosystemanalysen mit einzubeziehen. Nicht zuletzt ist es auch ein Verdienst des Landesamtes für Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen, dass dieses Werk zustande kommen konnte und in guter Qualität recht preiswert der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden kann. Es lohnt sich diese Werke zu besitzen!

Vorgestellt von

Prof. Dr. Burkhard Büdel:  E-Mail

Online-Referenz:
Feldführer und Bestimmungshilfe beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW

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last update: 07 December 2009