Logo der Sektion Phykologie

Sektion Phykologie

der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) e.V.

Startseite | English | Kontakt | Impressum

Wir über uns

Vorstand

Mitgliedschaft

Satzung

Aktuell

Tagungen

Jobs

Preise

Service
Lesenswert!
Publikationen der Sektion
Presse & Medien
Links

Intranet

Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG)

Lesenswert!

September 2009

Pedro Cermeño & Paul G. Falkowski (2009): Controls on Diatom Biogeography in the Ocean. Science. Vol. 325: no. 5947, pp. 1539 – 1541. DOI: 10.1126/science.1174159


Cover - Science

Was beeinflusst die Verbreitung und Artbildung der Algen im Meer?

Die Biogeographie der Algen in Binnengewässern ist gut erforscht: Grenzen stellen beispielsweise Einzugsgebiete dar. Dagegen waren die Faktoren der Algen-Verbreitung im Meer bislang kaum bekannt. Abhilfe schaffen nun Cermeño und Falkowski in ihrem vor zwei Wochen erschienenen Science-Artikel. Sie nutzten fossile Sedimente aus Kieselalgen, um zu klären, ob die Verbreitung durch Umweltfaktoren oder durch Verdriftung beeinflusst wird. Wie sie zeigen, verbreiten sich Algen anders als höhere Pflanzen und Tiere.

Mehrere Meere verglichen

Die Autoren untersuchten anhand von Sedimentkernen, ob Unterschiede in Diatomeen-Gemeinschaften eher auf Probleme bei der Dispersion oder auf variable Umweltfaktoren wie Nährstoffverfügbarkeit zurückzuführen sind. Für den Vergleich wurden fossile Kieselalgenassoziationen aus dem Atlantik, dem Pazifik und dem antarktischen Ozean herangezogen, die die letzen 1,5 Millionen Jahre abdecken.

Ähnlichkeiten und Unterschiede

Wie die Autoren zeigen, unterschieden sich die Sedimentkerne aus nördlich-temperaten Bereichen der Weltmeere stark von jenen des antarktischen Ozeans. Dagegen gleichen sich fossile Kieselalgen-Gemeinschaften des Atlantiks und Pazifiks trotz geographischer Barrieren.

Fazit: Algen verbreiten sich anders

Die Autoren interpretieren die Ergebnisse dahingehend, dass Umweltfaktoren und nicht geographische Hindernisse bei der globalen Biogeographie von marinen Diatomeen ausschlaggebend sind. Während die Algengemeinschaften im antarktischen Ozean durch Eisenmangel gesteuert werden, ist in nördlich-temperaten Bereichen der Weltmeere häufig Stickstofflimitation der Schlüsselfaktor für das Auftreten bzw. Aussetzen bestimmter Algen-Taxa. Damit unterscheidet sich die Biodiversität von Mikroorganismen in Weltmeeren fundamental von Artbildungsprozessen der Makrofauna oder Pflanzen, wo geographische Isolierung eine wichtige Komponente spielt.

Vorgestellt von

ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Michael Schagerl
E-Mail

Im September 2009

abstract

Alle lesenswerten Publikationen

______________________________
last update: 30 September 2009