Bakterivorie beeinflußt Nahrungsnetz bedeutsam
Mikroalgen sind eine wichtige Komponente des Planktons, insbesondere in nährstoffarmen Gewässern wie dem offenen Ozean. In solchen nährstoffarmen Umgebungen entwickelten sich bei vielen Mikroalgen alternative Ernährungsstrategien.
Neben der Photosynthese ist die Bakterivorie, also der Fraß von Bakterien, eine weit verbreitete Ernährungsstrategie. Mikroalgen können einen bedeutenden Anteil an der Gesamt-Bakterivorie ausmachen. Damit sind Mikroalgen nicht nur wichtige Primärproduzenten, sondern gleichzeitig auch eine bedeutende Schnittstelle zwischen bakterieller Produktion und höheren trophischen Ebenen.
Erstmals Bakterivorie-Rate gemessen
Die Studie von Zubkov und Tarran zeigt, wie bedeutend die Bakterivorie von Mikroalgen für Nahrungsnetze im oligotrophen offenen Ozean ist. Erstmals wurden in dieser Studie vergleichend in situ Raten der Bakterivorie für Mikroalgen und für farblose Protisten gemessen: Obwohl die farblosen Protisten höhere Fraßraten pro Zelle erreichen, bedingt die höhere Abundanz der Mikroalgen einen vergleichbaren oder sogar höheren Beitrag zur gesamten Bakterivorie.
Über 40 % der Bakterivorie geht auf Mikroalgen zurück. Umgekehrt bauen diese Mikroalgen rund ein Viertel ihrer Biomasse durch Bakterivorie auf. Durch den hohen Anteil der Bakterivorie sind diese Mikroalgen wesentlich weniger Nährstofflimitiert, als zuvor angenommen.
Wichtige Ergebnisse
Die Studie ist damit von fundamentaler Bedeutung für das Verständnis
- der Nährstofflimitierung des Phytoplanktons im Ozean
- der mikrobiellen Nahrungsnetze und
- der Kohlenstoffflüsse im Ozean.
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Vorgestellt von
PD Dr. Jens Boenigk,
Austrian Academy of Sciences
Institute for Limnology
Mondsee
Austria
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