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Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG)

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Juni 2007

Lavaud, J., Strzepek, R. F. & Kroth, P. G.:
Photoprotection capacity differs among diatoms: Possible consequences on the spatial distribution of diatoms related to fluctuations in the underwater light climate.
Limnol. Oceanogr., 52(3), 2007, 1188–1194

Kieselalgen sind ein wichtiger Bestandteil der globalen Primärproduktion, rund 25 % des photoautotroph neu fixierten Kohlenstoffes sind auf diese Gruppe zurückzuführen. Sie leben in verschiedensten Ökosystemen: Manche Vertreter sind charakteristisch für offene Ozeane, während andere vor allem in Flussmündungen oder großen Flüssen hohe Abundanzen erreichen.

In der vorliegenden Arbeit wird mit fluoreszenztechnischen Verfahren der Frage nachgegangen, welche Faktoren für diese Nischentrennung ausschlaggebend sein könnten. Dabei fanden die Autoren heraus, dass hier das Strahlungsklima eine Schlüsselvariable darstellt.

Phaeodactylum tricornutum tritt vorwiegend in trüben Ästuaren auf und durchwandert einen starken Lichtgradienten und Skeletonema costatum ist zumeist in gut durchlichteten Küstenabschnitten und im Pelagial anzutreffen. Beide Arten zeigten signifikant unterschiedliche Adaptationen an hohe Strahlungsintensitäten: Die Ableitung überschüssiger Energie erfolgt bei S. costatum bereits bei geringen Lichtintensitäten, während dieser Schutzmechanismus bei P. tricornutum erst bei deutlich höheren Strahlungen aktiviert wird, dann aber wesentlich stärker ausgeprägt ist. Phaeodactylum zeigte zudem eine effektive Feinabstimmung zwischen Photosyntheseprozessen und der Aktivierung von Schutzmechanismen gegen überoptimale Strahlung. Dadurch wird ein Nettozuwachs auch bei stark fluktuierenden Lichtbedingungen gewährleistet. Diese hohe Flexibiliät gibt Phaeodactylum den entscheidenden Vorteil, um sich in trüben Systemen zu behaupten.

Die vorliegende Arbeit veranschaulicht eindrucksvoll, dass neben Schlüsselfaktoren wie Nährstoffverfügbarkeit oder Grazingdruck auch das vorherrschende Lichtklima als Erklärung für die Einnischung von Algenarten berücksichtigt werden muß.

Vorgestellt von

Univ. Prof. Mag. Dr. Michael Schagerl

Universität Wien

Email:
michael.schagerl(at)
univie.ac(punkt)at

Im Juni 2007


Journal of the American Society for
Limnology and Oceanography
Abstract: online

Full Article: pdf-file (0,7 MB)

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last update: 29 June 2009