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Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG)

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Januar 2007

Lane, CE, Mayes, C, Druehl, LD & Saunders GW (2006): A multi-gene molecular investigation of the kelp (Laminariales, Phaeophyceae) supports substantial taxonomic re-organization. Journal of Phycology 42: 493-512.

Die vorwiegend in kalten Meeren (ausgenommen Antarktis) verbreitete artenreiche und wichtige Braunalgenordnung Laminariales (engl. kelps) enthält die größten Algen der Welt. Seit Langem war klar, dass die auf morphologischen Merkmalen beruhende Untergliederung dieser wichtigen Braunalgenordnung in 30 Gattungen mit insgesamt 100 Arten äußerst fragwürdig ist. Auch frühere molekulare Analysen deckten sich nicht mit der gegenwärtigen morphologischen Taxonomie, insbesondere bezüglich der Zahl und der Zusammensetzung der einzelnen Familien der Laminariales.

 

In der hier besprochenen Arbeit wird die Phylogenie der Laminariales durch kombinierte Sequenzanalysen von Kern-, Plastiden- und Mitochondrien-DNA neu aufgerollt. Das Ergebnis ist eine umfassende und gut unterstützte molekulare Phylogenie, die eine taxonomische Reorganisation dieser Braunalgenordnung ermöglicht. Die Familien Alariaceae, Laminariaceae und Lessoniaceae bleiben bestehen, allerdings mit unterschiedlicher Zusammensetzung. Die Familie Costariaceae wird neu eingerichtet. Die Polyphylie der Gattung Laminaria wird deutlich aufgezeigt und als Konsequenz daraus wird ein Teil der Arten in die Gattung Saccharina überführt, die nach erstmaliger Nennung durch Stackhouse 1809 jetzt wieder belebt wurde. Die Gattung Laminaria umfasst nun alle Arten, die mit der Typusart L. digitata (Fingertang) nahe Verwandschaft zeigen, und die Gattung Saccharina alle Arten, die mit der Typusart S. latissima (=L. saccharina) Ähnlichkeiten aufweisen. Dazu gehören auch alle Arten der ehemaligen Gattung Kjellmaniella. Morphologische Kennzeichen, wie z.B. Fingerung des Blattes, spiegeln nicht mehr treffend die Phylogenie wider. Neue konsistente morphologische und ökologische Konzepte, die die Auftrennung in beide Gattungen untermauern, fehlen allerdings noch. Ferner wurden auch nicht alle Arten der alten Gattung Laminaria untersucht, so dass die Neustrukturierung noch nicht abgeschlossen ist.

Die von den Laminariales gebildeten Gemeinschaften sind von großer ökologischer und ökonomischer Bedeutung. Dies zeigt sich auch an der hohen Publikationsrate von weltweit 125 Publikationen pro Jahr. Die hier besprochene Arbeit wird also viele Phykologen betreffen.

Vorgestellt von

Prof. Dr. C. Wiencke

Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven

Email: cwiencke(at)awi-bremerhaven(punkt)de

Im Dez 2006

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last update: 29 April 2008